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Studie: Trauer kann PTBS verursachen

In einer im Fachblatt American Journal of Psychiatry veröffentlichte Studie heißt es, dass der Tod eines Angehörigen bei Hinterbliebenen posttraumatische Belastungsstörungen hervorrufen kann. Insbesondere wenn die Person überraschend stirb. Zu diesem Ergebnis kommt Katerine Keyes der Columbia University nach einer umfangreichen wissenschaftlichen Studie mit über 27 000 Teilnehmern.

Trauernde haben ein erhöhtes Risiko

Bei Trauernden von überraschend Verstorbenen ist das Risiko einer manischen Erkrankung erhöht. In der Altersgruppe der Über 30-Jährigen erhöht es sich sogar nochmals um weitere 50 Prozent. Das fünffache Risiko einer manischen Erkrankung haben 50- bis 70-Jährige. Die Ergebnisse sind insofern erstaunlich, da psychische Erkrankungen sonst meist in jüngeren Jahren ausbrechen.

20 bis 30 Prozent der Befragten erklärten, dass der überraschende Tod einer nahestehenden Person das traumatischste Ereignis ihres Lebens war.

„Unsere Ergebnisse sollten die Aufmerksamkeit der Ärzte dafür schärfen, dass nach einem unerwarteten Todesfall viele psychischen Störungen auftreten können“, sagt Katherine Keyes, Epidemilogin.

Trauer oder Depression

Trauer ist nicht gleichzusetzen mit einer Depression. Im Einzelfall jedoch kann Trauer in einer ernstzunehmenden depressiven Erkrankung enden. Gerade Hinterbliebenen von Personen, die Suizid begangen haben, können traumatisiert werden. Sie haben neben aufgeschobener Trauer, auch mit Wut, Missbilligung und Scham zu kämpfen.

Trauer macht das Herz frei

„Mit einer Psychotherapie, insbesondere wenn sie durch körpertherapeutischen Methoden unterstützt wird, kann der Trauerprozess wieder in Bewegung kommen und zu seinem natürlichen Verlauf zurück finden. Trauer gehört zu der biologischen Grundausstattung von uns Menschen. Sie ist dazu da, das Herz wieder frei zu machen, damit wir uns erneut auf Beziehungen zu anderen Menschen einlassen können. Ohne eine Trauerarbeit nach Verlusten bleibt das Herz oft verschlossen und Menschen werden einsam und bitter. Mit der Körperarbeit werden im Organismus Selbstheilungskräfte aktiviert und die Seele kann selbst schlimmste Traumatisierungen verarbeiten.“ so Dr. med. Jochen von Wahlert, Ärztlicher Direktor der Akutklinik Urbachtal.

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