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Singen & Resilienz - Vom Singen zum Sein

In seinem Vortrag auf der diesjährigen Konferenz der „Singenden Krankenhäuser e.V.“ sprach er über Resilienz als zentrale Fähigkeit, psychisch und körperlich gesund zu bleiben. Er führte aus, wie gemeinsames Singen unsere Fähigkeit erhöht, sich bei chronischer stressbedingter Überlastung, bei traumatischen Situationen und bei psychischen sowie körperlichen Belastungen gesund zu verhalten und die Situation wieder in den Griff zu bekommen.

Mit einem engagierten Grußwort unterstützte die Schirmherrin des Vereins, Gerlinde Kretschmann die Tagung. Auch die Gesundheitsministerin von Nordrhein-Westfalen, Barbara Steffens betonte, wie zentral wichtig sie Initiativen wie die „Singenden Krankenhäuser“ für die Unterstützung der Heilungsprozesse in Krankenhäuser findet und freute sich, dass es so viele Menschen gibt, die sich an solch innovativen Projekten beteiligen. Der bekannte Arzt und Autor Walter Möbius sprach über seine Vorstellungen von menschlicher Medizin und der vielfach ausgezeichnete Kinderliedermacher und Sänger Reinhard Horn sorgte für Gesang.

Dr. von Wahlert erläutert, warum Resilienz nicht nur für kranke Menschen immer wichtiger wird, sondern warum sie im Rahmen der Gesundheitsvorsorge eine entscheidende Rolle spielt. Es gibt viele Hinweise, dass Singen eine positive Auswirkung auf die Gesundheit hat. Studien zeigen den Einfluss auf Herz-Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck, Parkinson, Alzheimer, Schmerzstörungen und Erkrankungen, die unser Immunsystem in Mitleidenschaft ziehen. Gerade bei psychischen Erkrankungen wie z.B. Depressionen, Angststörungen und Traumafolgestörungen zeigen sich sehr positive Effekte. Die Stressantwort des Organismus (engl. stress response system) wird unterstützt und führt zu einer deutlich verbesserten Fähigkeit, mit Belastungssituationen umzugehen. Aber nicht nur körperliche Parameter, sondern der ganze psychische Apparat profitiert vom gemeinsamen Singen. Die Lebensfreude steigt, Menschen werden offener und flexibler und sie sorgen gleichzeitig dafür, dass wichtige psychosoziale Grundbedürfnisse erfüllt werden. Das gemeinsame Singen bewirkt, dass eine Vielzahl von positiv wirkenden Hirnbotenstoffen ausgeschüttet werden: Dopamin fördert die Anstrengungsbereitschaft, die psychische und körperliche Energie, endogenes Opioid lindert Schmerz und löst Wohlgefühl aus, Oxytocin fördert unser Einfühlungsvermögen und das Vertrauen. Mit den Botenstoffen wird auch Neurotropin ausgeschüttet, das für das Nervenzellwachstum zuständig ist und darüber hinaus dafür sorgt, dass die Nervenzellen neue Verbindungen eingehen. Untersuchungen zeigen, dass sich bei Sängerinnen und Sängern in Chören sogar der Herzschlag angleicht und die Herzratenvariabilität steigt, ein wichtiger Indikator für die Widerstandskraft des Herz-Kreislaufsystems. Seit Urzeiten haben Menschen es verstanden, durch Singen die Gemeinschaft, in der sie leben, zu stärken. Fähigkeiten zu Mitgefühl, Empathie, gegenseitigem Vertrauen, Bindung und Kooperation werden gefördert und unterstützt. Denn das Miteinander - das ‚soziale Bindegewebe‘ - ist ein ganz entscheidender Faktor für die unsere Gesundheit. Alles, was es fördert, sollten wir unterstützen.

Die Akutklinik Urbachtal bietet für interessierte Patientinnen und Patienten gemeinsames Singen als Teil des Behandlungskonzeptes an. Die Erfahrungen sind äußerst positiv.

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