Ist Burnout messbar?

Es ist ein Segen, dass mit dem Begriff Burnout viele Menschen, die unter einer belastungsabhängigen psychischen Störung leiden endlich beschreiben können, was mit ihnen los ist: Nervenzusammenbruch, totale Erschöpfung, Versagensängste, Angstattacken, sozialer Rückzug, Schlafstörungen sind nur einige der Symptome, die bei einem Burnout auftreten. Sich als Burnout-Betroffener zu erkennen bedeutet erst einmal eine Erleichterung und eröffnet den Weg hin zu Hilfsangebote.

Wie hilfreich wäre es, wenn man Burnout einfach messen und vielleicht sogar im Vorfeld schon eine Gefährdungsanalyse anhand von harten Daten und Fakten durchführen könnte. Wissenschaftler der TU Dortmund untersuchen hierzu die Reaktionsbereitschaft von Menschen mit und ohne Burnout-Symptomatik. Und tatsächlich kommt dabei heraus: Die Reaktionsbereitschaft bei Menschen mit Erschöpfung kann nur wesentlich kürzer aufrecht erhalten werden als bei der unbelasteten Vergleichsgruppe.

Probleme bei der Aufrechterhaltung der Reaktionsbereitschaft können somit als Marker dienen, ob ein hoher Grad einer emotionalen Erschöpfung vorliegt, wie er für einen Burnout charakteristisch ist. Zugleich ergeben sich aus der Veränderung dieser kognitiven Funktion konkrete Ansatzpunkte, um den Leistungsbeeinträchtigungen von Burnout-Patienten zu begegnen. So sollte eine zusätzliche soziale Unterstützung bei der Aufrechterhaltung der Reaktionsbereitschaft hilfreich sein.

Die Forschung hierzu wird uns in den nächsten Jahren noch viele Modelle anbieten, wie Burnout messbar wird. Und vielleicht hat man in naher Zukunft auch Kriterien an der Hand, mit der Burnout als medizinische Diagnose gewertet werden kann. Das ist derzeit nämlich nicht der Fall. Nur Burnout-Folgeerkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder somatoforme-Störungen können auf Kosten der Krankenkasse behandelt werden.

Die Behandlung allerdings ist sehr wirksam: Durch eine Verbesserung der Selbststeuerung und Selbstfürsorge können Menschen lernen, wie sie den Anforderungen besser entgegentreten und für mehr Gesundheit sorgen. Nicht selten ist auch mal erforderlich, für gute Arbeitsbedingungen einzutreten und den einen oder anderen Konflikt zu riskieren. All das lässt sich durch Psychotherapie erreichen.

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