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Psychische Belastungen in Krisensituationen meistern

Hilfe bei Einsamkeit, Isolation, Angst und Panikattacken
Indikationen › Krisensituationen

Die aktuelle Lage in Deutschland und der Welt stellt viele Menschen vor ungewohnte Situationen: Arbeiten im Home-Office, die Einschränkung sozialer Kontakte, Selbstisolation, zu Hause bleiben. Unser Alltag ist stark eingeschränkt. Oft fällt uns dann die Decke auf den Kopf. In manchen Fällen nimmt die Angst vor der ungewohnten Situation auch überhand. 

 

Wie kann man mit der Krise umgehen? Wie können wir Familie und Freunde in dieser Zeit unterstützen? Und wo bekomme ich Hilfe, wenn es nötig ist?

Dr. Volker Reinken, Facharzt für Psychotherapie und Psychiatrie und Chefarzt der Vincera Klinik Bad Waldsee, beantwortet diese und weitere Fragen im Interview.

Warum reagieren Menschen unterschiedlich auf Angst?

 

Dr. Volker Reinken: Man kann das zunächst in zwei Bereiche aufteilen. Der eine liegt in der Person selber, der biologischen Grundausstattung sozusagen. Der Mandelkern und die zugehörigen Schaltkreise spielen im Gehirn eine wichtige Rolle und dementsprechend neigen manche Menschen eher dazu, sich aufzuregen und Angst zu haben als andere. 

Zu anderen, besonders für uns Psychotherapeuten wichtig, ist die Vorerfahrung, die Menschen mit Situationen gemacht haben, die so ähnlich sind. Wer ähnlich schlimme Sachen schon erlebt hat und jetzt erneut befürchtet und dann noch dazu neigt, sich mit den negativen Dingen, den Katastrophen zu befassen, zu „katastrophisieren“, der arbeitet sich immer weiter hinein in die Krise. Hier muss man dann gegensteuern. 

Haben Sie auch Angst, Dr. Reinken?

 

Dr. Volker Reinken: Ja selbstverständlich habe ich auch Angst, weil die Situation auch mich und meine Familie mehr oder weniger schlimm treffen kann. Aber ich denke auch immer an einen Plan B – zum Beispiel: 'Wenn dieses oder jenes sein würde, was würde ich dann machen?'. Und ich würde versuchen, die Situation so anzunehmen, wie sie ist – und das Beste daraus zu machen. 

Wie schafft man es möglichst gelassen mit dem Alltag umzugehen?

 

Dr. Volker Reinken: Das Wichtigste ist, in Kontakt zu gehen, sich zu vernetzen mit den Angehörigen, aber auch mit anderen. Das ist ja zum Beispiel einfach möglich über die modernen Medien oder das Telefon. Auf jeden Fall sollte man nicht alleine bleiben, sondern seine Einsamkeit zum Ausdruck bringen und die beruhigende Nähe von anderen Menschen spüren. Ganz einfache Dinge kann man auch für sich selber tun. Das fängt beim Körper an, denn es gibt nicht nur Auswirkungen von der Psyche auf den Körper, sondern auch umgekehrt. Und das kann man nutzen. 

Wie sieht das konkret aus?

 
Dr. Volker Reinken: Gymnastik wirkt sich positiv auf den Körper aus, zum Beispiel könnte man eine Weile hüpfen oder breitbeinig gehen wie ein Westernheld. Damit signalisiert man der Psyche: Hier ist jemand mit Mut, der kann mit schwierigen Situationen umgehen. Helfen kann alles, was hilft aus diesen katastrophisierenden Gedankenkreisen auszusteigen und sich im positiven Sinne abzulenken. Man kann zum Beispiel den Körper auch abklopfen oder abbürsten oder Kneipsche Anwendungen machen. Auch mit Meditation und Entspannungsverfahren kann man vor allem auf längere Sicht bei regelmäßiger Anwendung die Angstschwelle positiv verändern und sich stabilisieren.

Psychische Gesundheit in der Isolation: Tipps vom Facharzt für Psychotherapie


In Kontakt bleiben: Telefonate, Mails, Videotelefonate. Tauschen Sie sich mit Familie und Freunden aus, erzählen Sie von Ihren Schwierigkeiten und entkommen Sie dadurch dem Gefühl der Einsamkeit.

Tagesstruktur schaffen: Auch ohne Termine außer Haus: Behalten Sie eine klare Struktur für ihren Alltag. Planen Sie beispielsweise Aufgaben in kleinen Arbeitseinheiten, nehmen Sie Ihre Mahlzeiten ungefähr zur gleichen Zeit ein. Kurz gesagt: Entwickeln Sie Routinen.

Sport treiben: Sorgen Sie für Bewegung. Das funktioniert auch in der Wohnung mit Atem- oder Gymnastikübungen – gerne auch bei offenem Fenster. Dürfen Sie noch nach draußen, nutzen Sie das unbedingt. Machen Sie Spaziergänge in der Natur, tanken Sie Vitamin D. Halten Sie dabei aber den nötigen Abstand zu anderen Menschen.

Hobbies nachgehen: Beschäftigen Sie sich mit schönen Dingen, greifen Sie vergessene Hobbies wieder auf, machen Sie etwas, das Ihnen Freude bereitet und ablenkt von schlimmen Nachrichten.

Gezielt informieren: Informieren Sie sich nur zweimal am Tag über die aktuellen Nachrichten, um Unsicherheiten und Ängste nicht zu verstärken. Wichtig dabei: Nutzen Sie nur seriöse Medien.

Wie kann ich Familie und Freunde in dieser Ausnahmesituation unterstützen?

 
Dr. Volker Reinken: Gespräche anbieten, da sein für einander, etwas zusammen machen – das geht ja auch online. Beispielsweise kann man zusammen Gymnastikübungen machen oder sich zu einem virtuellen Spieleabend verabreden. Man kann füreinander da sein und mitfühlen. Dieses Erlebnis von Verstanden sein produziert in uns das Gefühl von Zugehörigkeit. Das ist ein großer Trost.

Und wer eine Person im Bekanntenkreis hat, von der er oder sie weiß, dass diese Person alleine ist und besonders mit der Isolation zu kämpfen hat, kann auch im privaten Rahmen helfen: Es ist wichtig, den Kontakt zu halten. Per Anruf, per Brief, per Angebot, ihr etwas mitzubringen bzw. vor die Tür zu legen – kleine Aufmerksamkeiten, die durch Zuwendung und Bestätigung zeigen, dass die Person nicht alleine ist. Auf keinen Fall sollte man die Person isoliert sein lassen.

Wo bekomme ich Hilfe?

 

Sie können uns anrufen unter der Aufnahme-Telefonnummer 0800 / 45 40 262

eine E-Mail schicken

oder unser Kontaktformular nutzen. 

 

Gerne rufen wir Sie auch zurück.

 

Unsere freundlichen und kompetenten MitarbeiterInnen in unserem Patientenservice sind jederzeit für Sie erreichbar.

Welche speziellen Angebote gibt es in der Vincera Klinik Bad Waldsee?

 
Dr. Volker Reinken: Selbstverständlich bieten wir in unserer Klinik auch verschiedene Entspannungstrainings an, auch Meditation, Gymnastik und unser spezielles therapeutisches Sportangebot, um die Angst zu bewältigen.

Und natürlich die Psychotherapie im engeren Sinn: Wir schauen was der einzelne Mensch für einen Hintergrund hat und warum er in dieser Situation mit so viel Angst reagiert. Und das bearbeiten wir dann gemeinsam mit unseren Patienten in der Tiefe.

Was ist dabei wichtig?

 

Dr. Volker Reinken: Wichtig ist sich klarzumachen, dass man ja noch andere Qualitäten, Ressourcen und Fähigkeiten hat und nur ein Teil von einem selbst Angst hat. Es gibt also auch andere Teile, die man aktivieren und mobilisieren kann, um diesen ängstlichen Teil zu beruhigen. 

Dr. Volker Reinken
Chefarzt und Ärztlicher Direktor Vincera Klinik Bad Waldsee

Das Therapieangebot der Vincera Klinik Bad Waldsee

Ängste kontrollieren lernen – Angststörungen besiegen

 

Jeder Mensch hat Ängste und Sorgen. In manchen Fällen sind diese Ängste aber unbegründet, nehmen überhand und schränken das alltägliche Leben ein. In diesem Fall spricht man von einer Angststörung.

Welche Formen der Angststörung gibt es, wie sind die Symptome und wie behandeln wir Angsterkrankungen in der Vincera Klinik Bad Waldsee?

 

Weitere Informationen zu Angststörungen

Inneres Gleichgewicht finden – Lebenskrisen meistern

 

Unsicherheit ist für den Menschen generell schwer auszuhalten: Sie verkompliziert das ohnehin komplexe Leben und wirft Routinen und erprobte Schemata um, die ihn bisher bei der Alltagsbewältigung erfolgreich geleitet haben.

Doch auch die Lebenskrise lässt sich von zwei Seiten betrachten: In unserer Klinik für Krisenintervention begreifen wir Krisen als Chancen und eröffnen unseren Patientinnen und Patienten neue Perspektiven.

 

Weitere Informationen zur Krisenbewältigung

Ganzheitlich gegen die Traurigkeit – Depressionen überwinden

 

Depressive Episoden sind tiefgreifende Veränderungen im Hirnstoffwechsel. Sie zeichnen sich durch Traurigkeit, Stimmungsschwankungen, Interessenverlust und Antriebsstörungen aus.

Wir behandeln diese Störungen gleichzeitig auf verschiedenen Ebenen (multimodal). So greifen tiefenpsychologische Therapien, Verhaltenstherapien sowie körpertherapeutisch orientierte Ansätze ineinander.

 

Weitere Informationen zur Therapie bei Depressionen


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